+49 7274 7024-70   Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Durch eine Frage fühlt sich der AfD-Abgeordnete ganz besonders herausgefordert: „Was stört Sie an Ihrer Partei am meisten?“, will die Elftklässlerin Sena Engin wissen. Matthias Joa zögert kurz und meint dann, dass jede Partei Leute anziehe, die besser nachdenken könnten. Auf die Nachfrage, an wen oder was er konkret denke, nennt Joa den Thüringer Landesvorsitzenden und einflussreichen „Flügel“-Vertreter Björn Höcke, dessen Doppeldeutigkeiten „unprofessionell“ und „dämlich“ seien. Diese ärgerten ihn und kosteten im Westen viel mehr Stimmen, als man im Osten gewinnen könne.

 

Die Schüler/innen der 10y und die des Deutschleistungskurses bei Frau Ruppert bekamen am 05.09.2019 Besuch von der Autorin Annegret Held. Die Autorin machte mit der 10y einen Workshop zum kreativen Schreiben und die Oberstufenschüler durften zwischenzeitlich vorbeischauen, um der Autorin Fragen zu stellen und einer Lesung beizuwohnen.

Alles ist still als Frau Held die Schüler/innen mit in ihre Welt der Bücher nimmt. Zuerst trägt sie eine Passage aus ihrem Roman „Armut ist ein brennendes Hemd“ vor. Die Geschichte spielt im 19. Jahrhundert, die Hungersnot ist ausgebrochen und Händler fahren durch Dörfer, versprechen hübschen jungen Mädchen ein besseres Leben in London und nehmen sie dann im Anschluss gegen einen Betrag mit. Auch aus ihrem Roman „Apollonia“ liest sie einen Ausschnitt vor. Die dreißig Schülerinnen und Schüler hängen an ihren Lippen während sie vorliest – der Inhalt wird greifbarer durch die Autorin, die genau weiß, wie sie effektvoll ihre eigenen Zeilen betonen und mit Mimik und Gestik unterstreichen muss.

Doch nicht nur ihre literarischen Erfolge teilt sie mit dem Kurs. Im Anschluss an ihre Lesung durften die Schüler/innen Fragen stellen und bei der Beantwortung zeigt sie viel von sich als Mensch hinter den Romanen.

„Wir kamen sie zum Schreiben?“, ist die erste Frage, die fällt und Frau Held lächelt: „Ich habe schon immer gern geschrieben, damals hatten wir nicht so viel Papier, also musste ich auf Karton schreiben, aber das Schreiben fiel mir schon immer leicht.

„Gibt es Störfaktoren, mit denen sie gar nicht schreiben können?“ Darüber muss die Autoren nicht lange nachdenken: „Ich muss mit mir selbst im Reinen sein, um zu schreiben, mit einem Kater oder ohne Konzentration und ohne Verbindung zum Text geht es nicht.“

„Frau Held, was inspiriert sie? Wann schreiben sie besonders gut? Haben sie Rituale?“, möchte eine Schülerin als nächstes Wissen. Die ehemalige Polizistin muss da dann doch nachdenken, aber lange warten die Schüler nicht auf eine Antwort: „Zuhause schreibt es sich am besten. Ich sitze dann auf dem Sofa, Decke und Laptop auf den Knien und Wasser nebendran. Eigentlich genauso wie man nicht schreiben sollte.“ Sie lacht und alle lachen mit.

Dann geht es zur Fanpost: „Was war die komischste Fanpost, die sie je bekommen haben?“ Die Schüler horchen auf und warten gespannt auf Frau Helds Antworten: „Ich wurde vor einiger Zeit angeschrieben und um ein Treffen gebeten, weil eine Person, die noch nie geschrieben hat, Tipps von mir haben wollte. Ich habe abgesagt. Meine Lektorin wurde schon einmal abends um 11 Uhr angerufen und angehalten ein Manuskript Korrektur zu lesen, sonst würde derjenige sich umbringen. Alles in allem sind alle Anrufe ab 8 Uhr nicht mehr normal.“ Sie lächelt. Viele weitere spannende Fragen folgen.

„Wie definieren Sie Literatur? An was machen sie Literatur fest?“, ist die abschließende Frage. Frau Held antwortet wohlüberlegt: „Literatur ist, wenn man ein Bild schafft und es im Gedächtnis bleibt, mit Sätzen, die einen doppelten Boden haben, mit neuen Wörtern, Wortkombinationen und Aussagereichtum.“

Alle sind nachdenklich und die Stille wird von der Schulklingel unterbrochen. Die Stunde ist vorbei und die Oberstufenschüler müssen zu ihrem darauffolgenden Unterricht. Doch die Begegnung war ein voller Erfolg und alle Teilnehmer waren begeistert von einer Autorin, die völlig ohne Allüren, mit viel Selbstironie und Ehrlichkeit von dem Leben als Schriftstellerin berichtet. Dabei gibt sie allen noch etwas Wichtiges mit: „Nutze das Leben und trinke aus ihm wie aus einem Kelch. Nur dann kann man die Seele spüren, die sich in Literatur widerspiegelt.“ (Zitat von Frau Held).

 

Lea Schüler, MSS 11, Deutschleistungskurs Frau Ruppert

Im letzten Schuljahr hat das Literaturbüro in Mainz unter der finanziellen Förderung des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz Schreibworkshops mit Autoren unterschiedlicher Themenschwerpunkte ausgeschrieben. Elf Schülerinnen und Schüler der 10y haben sich im Rahmen des Deutschunterrichts bei Frau Ruppert direkt für dieses Angebot interessiert. Auf die Bewerbung folgte kurz vor den Sommerferien die Zusage aus Mainz.

Rekrutierungsanstalt der Moderne
Die Begeisterung für die Moderne hat das Bauhaus sichtbar gemacht.
Wer sich modern geben will, wählt noch heute am Bauhaus etablierte Formen.

„Wenn jemand auf dem Schulhof parken darf, dann muss er schon etwas sehr Wichtiges transportieren", formulierte ein Schüler der siebten Klasse seinen ersten Eindruck, als er Julie Tanneau in ihrem Renault Kangoo auf den Hof fahren sah. Er sollte Recht behalten. Julie Tanneau transportiert nämlich Begeisterung und innovative Methoden, mit denen sie Schülerinnen und Schülern aller Altersklassen im Rahmen des Projekts France Mobil die französische Sprache und Kultur näherbringt.

Julie Tanneau, die ein freundliches und modernes Frankreichbild repräsentiert, brachte auch am GGG alle beteiligten Klassen in Schwung. Alle siebten Klassen kamen in den Genuss dieser besonderen Sprachbegegnung mit der jungen Französin, die mit ihrer offenen Art die Schülerinnen und Schüler begeistern konnte und die Einstellung der Jugendlichen zur französischen Sprache und zur frankophonen Kultur positiv beeinflusste.

Nach einer amüsanten Vorstellungsrunde, wurde in zwei Gruppen gespielt und gewetteifert. Julie hatte viele verschiedene Aktivitäten im Gepäck, die nicht nur französische Spezialitäten und frankophone Musik, sondern auch allgemeine Frankreichkenntnisse ins Zentrum der Arbeit mit den siebten Klassen stellten.

„Ich habe sie sehr gut verstanden, es gab kein Problem mit der Sprache.“ „Es hat Spaß gemacht, können Sie nicht öfter kommen.“, so das Fazit einer Schülerin der siebten Klasse. Es ist schade, dass wir Julie Tanneau nur für einen Tag an unsere Schule einladen dürfen. Denn ihre interkulturellen Erfahrungen würden bestimmt auch unsere älteren Schülerinnen und Schüler brennend interessieren. Sie ist in der Region Nouvelle-Aquitaine aufgewachsen und hat dann in verschiedenen Städten im Westen Frankreichs gelebt, um ihre Lieblingsthemen zu studieren: Fremdsprachen, Literatur, Kunst und Kultur. Ein solch positives Vorbild für unsere Jugendlichen lässt man ungern einfach so im Renault Kangoo vom Hof fahren."

Anja Dörich

„Ich will die Wahrheit verkünden, auch wenn unsere Armut ewig währen sollte!“, erklärt Leon Tchakachow und blickt ins Publikum. Der Zwölftklässler steht auf der Aulabühne des Johann-Wolfgang-Goethe-Gymnasiums Germersheim und verkörpert den Lehrer in „Der Besuch der alten Dame“. Schon damals blitzt sein schauspielerisches Talent auf.

Warum wird man süchtig? Welchen Verlauf hat eine Suchtkarriere? Welche rechtlichen Konsequenzen hat die Einnahme von Drogen? Was macht uns stark gegen Süchte?

All diese Fragen waren Thema des Suchtpräventionskonzepts „PiT - Prävention im Team“, das vom 7.1. – 11.1.19 in allen siebten Klassen am GGG zu je zwei Tagen durchgeführt wurde. Die Lehrer Christoph Müller, Nicole Stöbener und Matthias Wessels brachten in enger Zusammenarbeit mit Polizeihauptkommissarin Svea Block den Schülerinnen und Schülern Antworten näher und zeigten ihnen durch verschiedene Übungen, wie man den Ursachen einer Suchtkarriere entgegenwirken kann.

Teil des Programms war auch der Besuch der Polizeidienststelle Germersheim, in der es für die Schülerinnen und Schüler einiges zu entdecken gab. Polizistin Block zeigte den Schülerinnen und Schülern die komplette Wache, inklusive der Zellen und der Ausrüstung eines Polizeiwagens. Fasziniert waren die Schülerinnen und Schüler vom Erkennungsdienstlichen Raum, in dem sie mit einem speziellen Erfassungsgerät ihre Fingerabdrücke sehen konnten. Besonderes Augenmerk wurde in Polizistin Blocks Vortrag über die Arten von Drogen und ihre rechtlichen Konsequenzen auf die Gefährlichkeit von allen Substanzen im Straßenverkehr gelegt. Eindrücklich wurden die Gefahren den Schülerinnen und Schülern deutlich, als sie mit Promillebrillen versuchten einen Schlüssel zu greifen oder sich ein „High five“ zu geben.

 

(7 c beim Abnehmen von Fingerabdrücken mit Polizistin Block)

Schwerpunkt der Programmeinheiten an der Schule waren die Ursachen und der Verlauf von Süchten, sowohl Drogen- als auch Verhaltenssüchte, sowie Möglichkeiten sich gegen diese zu wappnen. Schnell erkannten die Schülerinnen und Schüler anhand von Übungen und Gesprächen, dass die Ursachen und die Konsequenzen von Süchten sehr ähnlich sind. Aber was macht einen stark gegen Sucht? Dazu machten sich die Schülerinnen und Schüler anhand des Tankmodells klar, was ihnen im Leben wichtig ist und ihnen Kraft gibt. Nur wenn man sich diesen „Tankstellen“ zuwendet, anstatt zu Suchtmitteln zu greifen, kann man ein glückliches Leben ohne Süchte führen. Aber auch Anlaufstellen für den Fall, dass man in eine Sucht geraten ist, wurden erarbeitet.

 

 (7 d beim Erarbeiten ihrer „Tankstellen“)

 

(7 c mit Tankmodell – Stark gegen Sucht)

Die Schülerinnen und Schüler waren sehr zufrieden mit den Präventionstagen und sagten selbst, dass sie einiges über Süchte gelernt haben und nun Methoden zur Vorbeugung kennen. Wir Lehrer vom GGG bedanken uns bei der Polizei Germersheim, insbesondere bei Polizistin Block, für die gute und konstruktive Zusammenarbeit.

 

Matthias Wessels

 

 

 

Seite 1 von 2

 

Johann-Wolfgang-Goethe-Gymnasium

August-Keiler-Straße 34
T +49 7274 7024-70
76726 Germersheim F
+49 7274 7024-80
Öffnungszeiten Sekretariat: M Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Mo-Do  7:15 - 16:00 Uhr W  www.goethe-gym-ger.de
Fr          7:15 - 13:30 Uhr    

 

© 2018 Johann-Wolfgang-Goethe-Gymnasium Germersheim / Impressum / Datenschutzerklärung / LoginE-Mail / BSCW

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.